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Die Geschichte des Vereins

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Das 50-jährige Jubiläum im Jahr 2007 gab dazu Anlass, einmal kurz auf die Geschichte des Vereins zurückzublicken:

Wie der bisherige Name schon zeigt, stammt der Modell- und Fernsteuerclub Castrop-Rauxel aus dem Ruhrgebiet, wo er bis vor kurzem auch noch seinen Sitz hatte.

Angefangen hat alles im Mai des Jahres 1957. Achtzehn Modellsportbegeisterte hatten sich in der Gaststätte Sinder in Castrop-Rauxel zusammengefunden, um einen Modellbauclub mit dem Namen "Condor" ins Leben zu rufen, der sich hauptsächlich mit der Förderung des Flugmodellsports befassen sollte. Der erste Vorsitzende des neuen Vereins wurde Hans Wigger. Von den weiteren Gründungsmitgliedern ist heute im Verein noch Johannes Bongartz, der sich lange Jahre für den Verein eingesetzt hat und auch weiterhin modellfliegerisch tätig ist.

(Die Gründungsversammlung 1957. Der damalige erste Vorsitzende Hans Wigger, Fritz Klaproth, der 2. Vorsitzende Erich Nolting und Wolfgang Schiwy)

Der MFC blieb nicht lange ein reiner Flugmodellclub. Schon ein Jahr später - im Jahre 1958 - wurde eine Bootsmodellbaugruppe aus der (Schiffs-) Taufe gehoben. Diese Abteilung hat sich allerdings im Jahre 1974 unter dem Namen "Nauticus" als eigenständiger Bootsmodellklub verselbständigt.

Doch zurück zu den Modellfliegern. Der aktive Flugbetrieb fand zunächst mit Freiflugmodellen statt, also mit Flugzeugen, die nach dem Start in ihrer Bahn nicht mehr beeinflusst werden konnten. Zu Beginn der sechziger Jahre kamen dann die an Stahldrähten geführten Fesselflugmodelle auf, die später - mit der immer besser werdenden Funktechnik und Elektronik - von den funkferngesteuerten Modellen verdrängt wurden. In der Anfangszeit starteten die Castrop-Rauxeler ihre Flugzeuge noch in Wohnnähe, nämlich auf dem Frohlinder Feld.

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(Flugbetrieb in den 50er Jahren im Frohlinder Feld)

Die zunehmende Bebauung verdrängte aber nach und nach die Hobbyflieger. Nachdem man zunächst noch im Jahre 1965 ins Grutholz ausweichen konnte, mußte man sich zu Beginn der siebziger Jahre Gelände in Henrichenburg und später in Waltrop suchen. Auch diese Flugplätze stellten aber letztlich nur Übergangslösungen dar.

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(Flugbetrieb in den 60er Jahren an der Grutholzstrasse)

Nach langer und intensiver Suche im gesamten Umland wurden die "heimatvertriebenen" Piloten aber vor 37 Jahren in Ottmarsbocholt fündig. Sie erhielten die Möglichkeit, von dem Bauern Röckmann auf Dauer ein Gelände zu pachten, das sich zu einer neuen Vereinsheimstatt ausbauen ließ. Eine saure und feuchte, ca. 5 Morgen große Wiese an der Straße von Ottmarsbocholt nach Lüdinghausen wurde deshalb der neue Flugplatz. Zu Anfang war es nur eine einfache Wiese, aber durch intensive Pflege wurde sie im Laufe der Zeit zu einer gepflegten Startbahn. Auch ein Drahtzaun zum Schutz der Zuschauer kam hinzu. Heute findet man einen richtigen Modellflugplatz, unter anderem mit einem Luftsack zum Anzeigen der Windrichtung.

Die Modellflieger aus dem Ruhrgebiet haben sich schnell im Münsterland eingelebt, und der Verein ist in Ottmarsbocholt heimisch geworden. Gerade auch mit den Nachbarn und den Jagdpächtern besteht ein gutes und harmonisches Verhältnis.

Auch der Mitgliederbestand hat sich seit dem Umzug ins Münsterland gewandelt. Während die Modellflieger in den Anfangsjähren schon wegen der Heimat des Vereins im Ruhrgebiet fast ausschließlich aus dem Dreieck Dortmund-Recklinghausen-Bochum kamen, sind nach der Errichtung des Fluggeländes im Münsterland im Laufe der Zeit immer mehr Modellflugbegeisterte auch aus Ottmarsbocholt und den umliegenden Gemeinden hinzugekommen, so dass heute mindestens die Hälfte der siebzig Mitglieder aus dem Münsterland stammt.

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(Flugbetrieb in den 80er Jahren in Ottmarsbocholt)

Von A - Z, vom Angestellten bis zum Zugführer und vom Schüler bis zum über 90-jährigen Rentner finden sich die unterschiedlichsten Berufs- und Altersgruppen harmonisch zur Ausübung des gemeinsamen Hobbys zusammen. Der Verein sieht sich dabei nicht als "Leistungskader" für die Beschickung von Meisterschaften an, sondern als Gemeinschaft von Flugmodellbegeisterten, die hauptsächlich zur eigenen Freude und Entspannung zusammenkommt. Allerdings finden durchaus vereinsinterne Meisterschaften im Segel- und Motorflug statt.

Während der Woche trifft sich ein Teil der in der Nähe wohnenden Modellflieger häufig nach Feierabend, um trockenes Wetter noch eben einmal für ein paar Flüge zu nutzen. Zu Hochbetrieb läuft das Fluggeschehen allerdings bei schönem Wetter an den Wochenenden auf. Dann reicht die Zeit auch besser für die Anfahrt der weiter entfernt Wohnenden aus dem Ruhrgebiet. Der Platz wird dann zu einem richtigen Familientreffpunkt: Während ein Teil der aktiven Modellflieger dem fliegerischen Hobby nachgehen, hat es sich der andere Teil mit der restlichen Familie in Gartenstühlen bequem gemacht. Man unterhält sich, oder sieht den Kindern beim - in dieser grünen Idylle gefahrlosen - Spielen zu. 

Auf diese Weise findet jeder etwas von dem, was er bei der Ausübung seines Hobbys sucht. Sonst könnte der Verein auch wohl nicht auf eine so lange Zeit des Bestehens zurücksehen.
Auf der Jahreshauptversammlung des Jahres 2006 wurde, im Beisein und mit Zustimmung des letzten noch aktiven Gründungsmitglieds Johannes Bongartz, die Umbenennung des Vereins von MFC Castrop-Rauxel e.V. in MFC Ottmarsbocholt e.V. beschlossen, um nach 3 Jahrzehnten nun auch nach außen hin die enge Verbindung zur Region auszudrücken. Nur noch ein kleiner Teil der Mitglieder kommt inzwischen noch aus dem Ruhrgebiet, die meisten hingegen aus Ottmarsbocholt, Senden, Münster, Lüdinghausen und anderen Gemeinden der Umgebung.

Im Jahr 2007 konnte der Verein ein seltenes Jubiläum feiern: Der MFC Ottmarsbocholt resp. MFC Castrop-Rauxel e.V. wurde 50 Jahre alt, und somit hatte das traditionelle Anfliegen an eben jenem Tage eine ganz besondere Bedeutung für alle Mitglieder! Dies wurde mit einem fulminanten Flugtag und Anfliegen gefeiert, neben den Vereinsmitgliedern trugen auch zahlreiche Gäste aus Nah und Fern zum Gelingen der Veranstaltung bei.