Der MFC hat die Aufnahme und Förderung von Kindern und Jugendlichen in seiner Satzung festgeschrieben. Das alleine hilft dem designierten Jungadler aber nicht weiter - denn so ein Flugmodell zu steuern ist nicht einfach. Um dem Nachwuchs den Frust eines abgestürtzten Modells zu ersparen, wurden die Lehrer/Schüler-Systeme erfunden. Dabei haben sowohl Lehrer als auch Schüler eine eigene Fernsteuerung in der Hand. Der Lehrer kann das Modell starten und auf Sicherheitshöhe bringen, und dann dem Flugschüler - zuerst einzelne, nach und nach dann mehrere - Steuerfunktionen per Schalter an seiner Steuerung übertragen.
Im Notfall (und die gibt es zu Anfang oft) wird einfach wieder auf den Lehrer zurückgeschaltet, der das Modell retten und dem Flugschüler erklären kann, was falsch gelaufen ist.
Mithilfe dieser Lehrer/Schüler-Systeme, von denen 5 Stück im Verein existieren, können natürlich auch "große Kinder" in das faszinierende Hobby Modellflug reinschnuppern.
Mit diesem System und entsprechend einfach zu fliegenden und aufgebauten Modellen machen die Neueinsteiger schnell Fortschritte, und zumeist können sie nach ein paar Wochen ihr Modell schon alleine starten und landen. Diese beiden Elemente sind vergleichbar mit dem Laufenlernen beim Menschen: Fliegen heißt Landen, denn, wie es bei den Fliegern heißt, das sinnloseste beim Fliegen ist der Himmel über einem - in Bodennähe müssen die Reaktionen stimmen, sonst gibt es Bruch!
Eine Sache ist klar: "Bruch machen" gehört einfach dazu! Ob Anfänger oder Experte, jeder wird einmal seinem Modell unfreiwillig zur Fluguntauglichkeit verhelfen. Wer noch keinen Bruch gemacht hat, ist kein richtiger Pilot! Aber was tun, wenn man sein beschädigtes Modell möglichst schnell wieder in der Luft haben möchte, aber nicht weiß wie? Vor einigen Jahren noch war es völlig normal, dass man vor dem Fliegen sein Modell nach dem Aussägen und Schleifen der Einzelteile erst zusammenkleben und bespannen musste, um überhaupt ans Fliegen denken zu können. Heutzutage sind ARF-Modelle, Almost-ready-to-fly oder auf deutsch "nahezu flugfertige Modelle" normal und schon sehr preisgünstig zu haben. Hier muss der zukünftige Pilot nur noch die Fernsteuerung und eventuell den Motor einbauen, was zumeist ebenfalls schon vorgefertigt ist. So kann man innerhalb weniger Stunden sein Flugmodell dem münsterländer Himmel übergeben - aber was, wenn es ans Reparieren geht? Woher sollen die Jungs und Mädels denn wissen, wie man eine Reparatur richtig angeht?

Zu diesem Zwecke finden im Verein Bauprojekte statt, bei denen der Nachwuchs Stück für Stück und unter Anleitung erfahrener Modellbauer von der Pike auf lernt, wie und woraus ein Flugmodell aufgebaut ist. Im letzten Winter wurde gemeinsam mit den Jugendlichen und teils auch deren Eltern, den beiden Jugendleitern sowie weiteren Vereinsmitgliedern gemeinschaftlich ein 2,70 m spannendes Großmodell vom Typ "Piper PA-18 Super Cub" restauriert und von Grund auf neu aufgebaut. Innerhalb von sechs Monaten lernten die Jungs (Mädels haben wir im Moment leider keine im Verein), wie man Rippen aus Balsaholz zuschneidet, Spanten aussägt und richtig einklebt, Holme schäftet und zum Schluss alles sauber schleift und schließlich bespannt. Da der Modellbau ein breit gefächertes Hobby ist, kommen auch Elektrik und Elektronik nicht zu kurz. Schließlich konnte das imposante gemeinsam gebaute Modell am 1. Mai 2009 beim jährlichen Flugtag unter dem Jubel der vielen Zuschauer zum erfolgreichen Erstflug starten - besser und motivierender kann Jugendarbeit nicht funktionieren!
Die nicht ganz unerheblichen Kosten eines solch großen Bauprojektes trägt der Verein oder einzelne Mitglieder. Der Nachwuchs kann sich übrigens auch über einen reichhaltigen Fundus an Modellbauzubehör freuen, der von den Mitgliedern für die Jugendgruppe gespendet wurde. So können wir nahezu jedem Einstiegswilligen in jeder Form unter die Arme greifen. Die hier abgebildeten Modelle samt Motoren und Fernsteuerkomponenten stammen allesamt aus Vereinsbeständen:

Der Beitrag für Kinder und Jugendliche beträgt bis zum 18. Lebensjahr 2,58 € pro Monat. Die ab dem Zeitpunkt des ersten Alleinfluges notwendige Versicherung kostet über den Dachverband gerade einmal 1 € pro Monat. Damit können Kinder und Jugendliche also schon für unter 4 € voll versichert bei uns und auf jedem zugelassenen Fluggelände Europas nach Herzenslust diesem faszinierenden Hobby nachgehen - welches Hobby bietet das schon? Ein Einsteigermodell mitsamt Fernsteuerung und Ladegerät ist übrigens heutzutage schon für rund 200 € zu haben. Der umweltfreundliche Elektroantrieb dieser einfachen Modelle sorgt zudem dafür, dass auch Lärm keine Rolle mehr spielt. Unsere Mitglieder beraten aber auch gerne vor dem Kauf.
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